Jahrbuch Sucht 2016

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. hat im Mai das Jahrbuch Sucht 2016 veröffentlicht. Die Erkenntnisse des Berichtes sind, dass nach wie vor die legalen Drogen Alkohol, Tabak und Medikamente für den größten Teil der Suchtproblematik in Deutschland verantwortlich sind.

Wir haben einige Fakten und Auszüge aus der Pressemitteilung für Sie zusammengestellt.

  • „Untersuchungen zu alkoholbezogenen Gesundheitsstörungen und Todesfällen gehen von etwa 74.000 Todesfällen aus, die durch den Alkoholkonsum oder den kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol verursacht sind. Eine psychische oder verhaltensbezogene Störung durch Alkohol wurde im Jahr 2014 mit 340.500 Behandlungsfällen als zweithäufigste Einzeldiagnose in Krankenhäusern diagnostiziert, davon waren 247.918 Patienten Männer.“
  • „Der Zigarettenverbrauch hat 2015 wieder zugenommen: Konsumiert wurden 1.004 Zigaretten pro Einwohner/-in im Vergleich zu 982 Zigaretten in 2014. Das bedeutet einen Anstieg von 2,24% im Vergleich zum Vorjahr. […] Im Jahr 2013 starben rund 121.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Das waren 13,5% aller Todesfälle. […] Bei Jugendlichen lässt sich ein deutlicher Rückgang des Rauchens verzeichnen:
    Im Jahr 2014 rauchten laut Repräsentativerhebungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) elf Prozent der 12- bis 17-jährigen Jungen und neun Prozent der gleichaltrigen Mädchen – so wenig wie noch nie zuvor seit Beginn der Datenerhebung.“
  • „Bei Rauchern ab 16 Jahren ist der Anteil derer, die schon mal E-Zigaretten ausprobiert haben, im Zeitraum von 2012 bis 2014 von rund 6% auf 19% gestiegen ist. […] Noch beliebter als die E-Zigarette ist zumindest bei Jugendlichen die E-Shisha. […] Ihr Verbreitungsgrad wurde 2014 zum ersten Mal erhoben: Jeder fünfte Jugendliche (21,4%) und jeder siebte junge Erwachsene (14,4%) hat die E-Shisha schon einmal ausprobiert. Jeder neunte Jugendliche (11,3%) gibt an, in seinem bisherigen Leben schon einmal E-Shisha oder E-Zigarette, aber keine Tabak-Zigarette geraucht zu haben.“
  • „Vier bis fünf Prozent aller verordneten Arzneimittel besitzen ein eigenes Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial, darunter vor allem die Schlaf- und Beruhigungsmittel mit Wirkstoffen aus der Familie der Benzodiazepine und der Benzodiazepinrezeptoragonisten. […] In den letzten Jahren sind die Verordnungen dieser Mittel im Rahmen der GKV zwar zurückgegangen, der Anteil der privat verordneten Mittel hat allerdings zugenommen. Die verkauften Benzodiazepine reichen immer noch aus, um etwa 1,2 bis 1,5 Mio. Abhängige dieser Arzneimittel zu versorgen, die Gesamtzahl der Arzneimittelabhängigen wird auf bis zu 1,9 Mio. geschätzt. Von dieser unerwünschten Arzneimittelwirkung sind insbesondere
    Frauen im höheren Lebensalter belastet.“
  • „Im Jahr 2014 wurden 1.032 Rauschgifttote registriert. Das entspricht einer Steigerung von drei Prozent zum Vorjahr (1.002). Damit ist die Zahl der drogenbedingten Todesfälle mittlerweile im zweiten Jahr in Folge gestiegen und löst den vorherigen Trend rückläufiger drogenbedingter Todesfälle ab. […] Deutschland zählt mit geschätzten 4,7 Personen mit riskantem Drogenkonsum pro 1.000 Einwohner im Alter von 15 bis 64 Jahren europaweit zu den Ländern mit niedriger Prävalenz.“
  • „Die Bruttospielerträge in deutschen Spielbanken sind 2014 zurückgegangen. […]  Insgesamt sind die Umsätze auf dem gesamten deutschen Glücksspielmarkt 2014 jedoch angestiegen (um 1,4 % auf 34,7 Mrd. Euro). Verantwortlich hierfür sind die 269.000 aufgestellten gewerblichen Geldspielautomaten in Spielhallen, Imbissbetrieben und Gaststätten. […] Nach der aktuellen Prävalenzstudie (2015) der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist bei 241.000 Personen der bundesdeutschen Bevölkerung ein problematisches Spielverhalten und bei 215.000 Personen ein pathologisches Spielverhalten erkennbar. […] Die ambulante Beratungsnachfrage von süchtigen Spielern und Spielerinnen ist gewachsen.“

 

Mehr zum Jahrbuch Sucht 2016 können Sie in der Pressemitteilung und auf den Seiten der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen erfahren.

 

Bildquelle: http://www.dhs.de/start/startmeldung-single/article/jahrbuch-sucht-2016-erschienen.html